Alarmstufe Wissensverlust

Zusammenfassung aus dem Vortrag “Alarmstufe Wissensverlust: Warum das wichtigste Kapital deines Unternehmens gerade leise verschwindet”
von Matthias Cermak, beim Innovationsforum Industrie 17.Juni 2026

Stell dir vor, ein Drittel deines Teams verlässt in den nächsten Jahren das Unternehmen und geht in den wohlverdienten Ruhestand. Eigentlich ein normaler Prozess. Doch die bittere Wahrheit ist: Mit ihnen gehen rund 90 % ihres Wissens verloren – weil es niemals irgendwo dokumentiert wurde.

Das ist keine Panikmache, das ist der aktuelle „Brain Drain“ unserer Wirtschaft. Allein in Deutschland führt dieser Verlust an ungeschriebenem Erfahrungswissen durch Fachkräftemangel und Fluktuation zu einem jährlichen Produktionspotenzialverlust von satten 49 Milliarden Euro.

Mein Name ist Matthias Cermak, CEO von VerVieVas und Narrativ 360. Wir begleiten Unternehmen seit unserem ersten großen Wissenssicherungsprojekt im Jahr 2009 dabei, dieses wertvolle Gut zu retten. Eines kann ich dir aus über 15 Jahren Erfahrung sagen: Die Annahme „Wir schreiben das jetzt einfach alles mal schnell auf“ oder „Ein KI-Chatbot wird das schon richten“ greift viel zu kurz.

Wenn wir über das Sichern von Wissen sprechen, müssen wir zuerst verstehen, worum es überhaupt geht. Wissen teilt sich nämlich in zwei völlig unterschiedliche Kategorien auf:

WissensartAnteil & InhaltDie HerausforderungWie man es sichert
Explizites Wissen (Sichtbar)10–20 %
Daten, Fakten, Excel-Listen, Passwörter, dokumentierte Prozesse.
„The Easy Part“
Das Zeug, das man in Schulungen lernt. Man hat meist nur Angst vor dem Chaos („Wo liegt was?“).
Wikis, Dokumente, klassische E-Learnings.
Implizites Wissen (Unsichtbar)80–90 %
Erfahrung, Bauchgefühl, Mindset. Wie löst jemand ein Problem? Wen ruft er an, wenn es brennt?
„The Hard Part“
Das eigentlich kritische Erfolgswissen, das tief in den Köpfen der Menschen verankert ist.
Shadowing, Tandem-Arbeit, strukturierte Debriefing-Interviews, Wissenslandkarten.

Vielleicht hast du es in der Praxis selbst schon erlebt. Man startet hochmotiviert, doch am Ende versandet das Projekt. Die fünf häufigsten Gründe dafür sind:

  • Das Feuerwehr-Prinzip: Die Wissenssicherung startet panisch genau zwei Wochen, bevor der Schlüsselmitarbeiter das Unternehmen verlässt. Spoiler: Das ist viel zu spät.
  • Der Datenfriedhof: Das Wissen wird zwar irgendwo abgelegt, aber das System ist so unübersichtlich, dass es danach nie wieder jemand findet.
  • „Daily Business wins“: Die Dokumentation wird im stressigen Alltag immer wieder auf morgen verschoben – bis sie den Heldentod stirbt.
  • Falsche Tools: Es werden hochkomplexe IT-Systeme eingeführt, die am Ende von niemandem genutzt werden, weil sie nicht intuitiv sind.
  • Die falsche Kultur: Solange in den Köpfen verankert ist, dass Wissen = Macht bedeutet, teilt es niemand gerne. Wir müssen hinkommen zu: Wissen TEILEN = Macht.

Der Mensch steht im Mittelpunkt: Wer Wissensmanagement rein technologisch über die IT lösen will, verliert die Belegschaft. Technische Tools – egal ob smarte KI-Plattformen, intelligente Chatbots oder E-Learning-Systeme – sind extrem mächtige Hebel, um Produktionsaufwände bei der Inhaltserstellung um bis zu 80 % zu senken. Aber sie funktionieren nur, wenn die Didaktik und die Kultur dahinter stimmen.

Wissensvermittlung muss heute neu gedacht werden: weg von trockenen Textwüsten, hin zu interaktiven Simulationen, Gamification und echtem Storytelling. Wenn Lernen spielerisch als intrinsisch motiviertes Abenteuer gestaltet wird, bleibt das Wissen nicht nur hängen, sondern die Mitarbeiter haben auch Lust, ihr eigenes Wissen aktiv zu teilen.

Wie ein solcher Kultur- und Wissenswandel in der Praxis aussieht, durften wir bei einem echten Transformations-Abenteuer für Bosch Digital beweisen.

Hier wurden zwei völlig unterschiedliche Arbeitswelten und -kulturen fusioniert (stark prozessorientierte IT trifft auf agile Digital Services) – und das bei einer international verteilten, veränderungsmüden Belegschaft. Anstatt auf klassische, trockene Pflichtschulungen zu setzen, haben wir das gesamte Wissen in eine gemeinsame, interaktive Lern-Reise verwandelt: die Bosch Interactive World.

  • Der Mix: Wir kombinierten Storytelling-Workshops, Wissenslandkarten, fordernde spielerische Elemente (Gamification) und narrative Interviews.
  • Das Ergebnis: Über 85 % der 12.000 Mitarbeitenden absolvierten die Module erfolgreich und mit hoher Akzeptanz. Das Projekt war so nachhaltig und innovativ, dass es prompt mit dem renommierten E-Learning Award 2025 im Bereich Storytelling & Gamification ausgezeichnet wurde.

Die Pensionierungswelle rollt, die Halbwertszeit von Wissen schrumpft durch die digitale Transformation rasant und der Fachkräftemangel verschärft die Lage. Das ungenutzte und ungesicherte Wissen in den Köpfen deines Teams ist das größte versteckte Potenzial deines Unternehmens.

Lass uns dieses Wissen gemeinsam strategisch sichern, didaktisch aufbereiten und für die Zukunft entfesseln.

Wenn du wissen willst, wie wir dein implizites Firmenwissen über unseren Narrativ 360-Ansatz sichern und in lebendige, digitale Medien verwandeln, melde dich einfach bei uns. Dein Wissen wartet darauf!

Beste Grüße,

Matthias Cermak

CEO VerVieVas & Narrativ 360

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