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Bessere Sprechertexte schreiben

Eigentlich ist es ganz logisch: Die Anforderungen an gesprochenen Text sind andere, als für geschriebenen Text. Denn wir nehmen Gelesenes bzw. Gesehenes anders wahr, als “Gehörtes”.

Aber – Reality Check: Wie oft wird im Daily Business des Text-Schreibens wirklich darauf geachtet? Wir geben einen Überblick über die häufigsten Fehler und zeigen, wie einfach es sein kann, bessere Sprechertexte zu schreiben:

  • Satzlänge
  • Formulierung
  • Satzzeichen
  • Formatierung

Kafkaeske Sätze am besten Kafka überlassen.

Worst case: Lange, verschachtelte Sätze deren Inhalt nur schwer zu erfassen ist. Denn Inhalt, der so aufbereitet ist…wird einfach nicht gemerkt. Und da hilft auch keine Bildebene (Stichwort: Erklärvideo) mehr.

Unsere Empfehlung: Wie in den Regeln der “Plain Language” beschrieben, sollte ein Satz im Schnitt maximal 20 Wörter enthalten. Und: Lieber mal einen langen Satz in 2-3 knackig-kurze unterteilen!

Formulierung ist das A&O:

…und das fängt schon bei einfachen Dingen wie der Verwendung von Fachvokabular und passiver Sprache an.

Fachvokabular? JA oder NEIN? “So spezifisch wie nötig, so einfach wie möglich!”, lautet hier die Devise. “Desoxyribonukleinsäure” zum Beispiel ist schon im geschriebenen Text eine kleine Katastrophe. Warum dann also im Gesprochenen verwenden? Warum nicht DNS oder einfach “Erbgut”? Das wären Begriffe, die auch die Allgemeinheit kennt – und trotzdem kein bisschen an der Professionalität zweifeln lassen.

Passive Sprache? Verwende aktive Formulierungen! Viel zu oft werden für Sprechertexte die Texte aus Presseaussendungen o.ä. fast 1:1 übernommen. Solche Formate enthalten aber leider zu viel von “wurde gemacht” & “lädt ein” und viel zu wenig von “Wir machen..”, “Wir laden Sie ein..”, etc.

Ganz Allgemein sollte man sich beim Verfassen eines Sprechertextes generell von den Regeln des “geschriebenen Textes” verabschieden…oder schreibst Du so, wie Du sprichst? Eben:

  • “Und” oder “Aber” am Satzanfang sind in gesprochenen Texten absolut ok!
  • 1-2-3-Wort-Sätze sind mehr als ok!
  • Und so weiter…

Formatierung

Eigentlich ganz logisch und trotzdem wird es oft vernachlässigt: Sprechertexte werden sinnvollerweise so formatiert, dass sie gut und einfach zu lesen sind. Das heißt:

  • Schriftgröße > 11pt.
  • Zeilenabstand > 1,15pt.
  • Absätze machen!
  • Schnell & gut lesbare Schriften verwenden: Für Bildschirm-Leser ist das z.B. Verdana, für Papier-Leser beispielsweise Georgia!

Hier spricht übrigens DER Mann, der Schriften wie Verdana und Georgia kreiert hat:

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Bessere Sprechertexte brauchen mehr als nur einen “.”

Hier sind wir eigentlich schon bei der Hilfestellung für das Tonstudio bzw. den Sprecher / die Sprecherin angelangt: Wenn Du einen Sprechertext schreibst, weißt Du ganz genau, wie Du gewisse Textstellen gerne betont bzw. gesprochen hättest.

Indem Du mit “übertriebenen” Satzzeichen arbeitest, kannst Du dem Voiceover Artist diese Überlegungen gleich mit auf den Weg geben. Und das, auch wenn Du nicht mit im Studio bist!

  • Bei VerVieVas markieren wir beispielsweise kurze Effektpausen in Sprechertexten mit einem “-“.
  • Wir machen Absätze dort, wo auch inhaltlich etwas Neues beginnt, damit sich der Sprecher darauf einstellen kann.
  • Wir verwenden gezielt Ausrufezeichen, wo das Satzende stark betont werden soll.
  • Und so weiter!

Zusammengefasst?

Schachtelsätze lieber für den Roman aufheben, Einsatz von Fachvokabular gut überdenken, Passive Formulierungen in der Presseaussendung lassen & den Sprechertext sinnvoll formulieren!

Dann steht der erfolgreichen Sprecheraufnahme nichts mehr im Weg! 🙂

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